Aktuelles

Auswahl für das Programm "Virtual Partner Residency"

Das Duo Reflexion K - Beatrix Wagner, Flöte und Gerald Eckert, Violoncello - freut sich über die Auswahl zur Virtual Partner Residency des Goethe Instituts.

Es wird in diesem Rahmen mit dem aus Ecuador stammenden und in den USA lebenden Komponisten Juan Campoverde Q. zusammenarbeiten.

 

 

Projekt: Estelas Australes

 

Vor einiger Zeit, nein, eigentlich vor sehr langer Zeit, besuchte ich während meines Bachelorstudiums am Musikkonservatorium in Cuenca in den südlichen Anden von Ecuador eine Kunstausstellung mit den Metallarbeiten von Estuardo Maldonado (geboren 1928). Später lernte ich über sein Werk, dass es der sogenannten lateinamerikanischen konstruktivistischen Bewegung zugeordnet werden kann, deren Merkmal die Kombination präkolumbischer Designs und geometrischer Formen mit Ideen aus dem europäischen Konstruktivismus des frühen 20. Jahrhunderts ist.


Die Präsentation seiner farbigen Stahlarbeiten beeindruckte mich nachhaltig. Durch die dynamische Projektion von Farb- und Lichtvolumina, unterstützt durch die geschickte Anordnung der Beleuchtungssysteme des Ausstellungsraums, schien es, als ob die Zweidimensionalität der metallischen „Leinwand“ in die umliegenden Räume projiziert würde.


Als ich die Gelegenheit erhielt, Estuardo Maldonado persönlich zu treffen, stellte ich ihm, nachdem ich all meinen Mut zusammen genommen hatte, alle möglichen Fragen, von denen mich einige aufgrund ihrer Naivität auch heute noch etwas verlegen machen.
Maldonado antwortete mir auf alles freundlich und entgegenkommend und erzählte mir zusätzlich, dass sein Sohn in Italien Komposition studiere.

 

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass diese frühen Begegnungen den Beginn einer langjährigen Suche nach musikalischen Ausdrucksformen markieren. Diese Suche behält stets sowohl die aktuellen westlichen Entwicklungen von Sprache, Notation und Technik im Blick, als auch den historischen und kulturellen Kontext, in den das jeweilige Werk gestellt ist; teilweise tief verwurzelt in eine Zeit, die weit vor die Vorherrschaft des westlichen Denkens und Glaubens auf dem amerikanischen Kontinent reicht.

Als ich mich auf die Komposition von „estelas australes“ vorbereitete, die ich gerade mit Freude für Beatrix und Gerald schreibe und mit ihnen gemeinsam erarbeite, lernte ich so viel ich konnte über präkolumbische Stelen, diese kleinen, behauenen Monolithe aus Stein, die in verschiedenen Begräbnisstätten im heutigen Ecuador gefunden wurden und in Museen wie dem „Casa del Alabado Pre-Columbian Art Museum“ in Quito besichtigt werden können. Diese behauenen Figuren scheinen eine Art Verbindung zwischen Erde und Himmel, zwischen der materiellen und der spirituellen Welt herzustellen - mit ihren spitzen, in den Boden gerammten Sockeln, zum Himmel aufgerichtet und durch die Natur ihres Materials vor den unheilbaren Auswirkungen der Zeit geschützt.

 

In „estelas australes“ versuche ich, gemeinsam mit Beatrix und Gerald, eine fragile, vielleicht auch nur symbolische, Verbindung zwischen dem spirituellen Erbe dieser Grabbeigaben mit den Gestaltungsprozessen unserer heutigen modernen Subjektivität herzustellen. Fernab jeglichen Anspruchs auf eine historische Interpretation oder Gültigkeit, ist die Arbeit an „estelas australes“ eher eine kreative Spekulation darüber, welche Schatten die Jahrtausende lange Anwesenheit dieser Monolithe auf unsere moderne Zeit und ihren Umgang mit dem Unmittelbaren und dem Vergänglichen geworfen haben könnte.

 

(Juan Campoverde Q. im Juli 2021)


Im März erschienen: "Tarjo"

Kompositionen von Natalia Solomonoff

"Tarjo" (2011)
für Ensemble
(Fl, Ob, Klar, Fag, Pf, Vln, Vla, Vc)
(Ensemble Reflexion K)

"karg" (2016)
für Flöte und Violoncello
(Duo Reflexion K; Beatrix Wagner: Flöte, Gerald Eckert: Violoncello)

"humus" (2009)
für Flöte, Akkordeon, Harfe und Violoncello
(Quartett Reflexion K) 

"Raunächte" (2019)
für Sopran, Fl, Klar, Pf, Vln, Vc und Elektronik
(Ensemble Reflexion K)

 

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Ensemble Reflexion K

Ambitus (amb 96 976)

Ensemble Reflexion K

Beatrix Wagner - Flöte

Anja Schmiel - Oboe

Joachim Striepens - Klarinette

Jakob Meyers - Fagott

Eva Zöllner - Akkordeon

Eva Curth - Harfe

Martin von der Heydt - Klavier

Vera Schmidt - Violine (1)

Lenka Zupkova - Violine (4)

Christiane Veltman - Viola

Burkart Zeller - Violoncello (1, 4)

Gerald Eckert - Leitung (1, 4), Violoncello (2, 3)

 

Gäste

Maria Bulgakova - Sopran

Natalia Solomonoff - Elektronik

Beatrix Wagner - Flötistin [-cartcount]